Discussion:
IE 7.0 zum rumärgern
(zu alt für eine Antwort)
Gabriela Salvisberg
2006-08-17 22:41:39 UTC
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Am Thu, 17 Aug 2006 02:42:10 -0700 schrieb Joerg Lorenz:

[xpost ch.comp.os.ms-windows, ch.comp.os.linux, f'up2 ch.comp.os.linux]
[Umstieg auf Linux gerade rechtzeitig]
Tja, das werden Dir Einige nachmachen. So auch ich. Aufgrund der
jüngsten Vorkommnisse (WGA, Patch-Abstürze und - ganz schlimm - Vista
im Anmarsch) habe ich mir vorgenommen, Linux als echte Alternative neben
XP intensiv zu testen. Dazu habe ich mir Ubuntu auf meinem 1 1/4 Jahre
alten Centrino2-Notebook installiert. Läuft ganz passabel, wenn auch
die optische Qualität des GUI abschreckend und das WLAN Latenzzeiten
aufweist, die ich nicht nachvollziehen kann.
Ich habe mich auch für Ubuntu (auf älteren Geräten Xubuntu) entschieden.
Mit der optischen Qualität des GUI habe ich unterschiedliche Erfahrungen
gemacht. Auf meinem Notebook (neues Asus-Gerät) habe ich seit der
Installation der Nvidia-Treiber ein absolut gutes Bild und scharfe Fonts.
Und WLAN läuft problemlos. Auf dem ca. 4j Desktop mit TFT könnte das
Schriftbild noch etwas besser sein. Aber es ist nicht so, dass es mich
stören würde.
Ich wage allerdings zu behaupten, dass der "Durchschnittsanwender", der
von Windows kommt, fast keine Chance hat, seinen PC von Windows auf
Linux so weit zu bringen, dass er *alle* Arbeiten innert nützlicher
Frist mit der gleichen Produktivität ausführen kann. [...]
Es ist Gewöhnungssache und hängt sehr stark davon ab, was ein User mit
dem PC überhaupt machen will. FF/TB/OOo habe ich ja vorher schon benutzt.
MP3 hören geht auch, diverse Chat-Tools (ICQ, AIM usw.) gibts
ebenfalls, Videoschnitt habe ich schon unter Windows nie gemacht (es gibt
jedoch Tools dafür), für mein persönliches Bisschen Bildbearbeitung hab
ich nie eine PhotoShop-Keule gebraucht (Gimp kann alles, was ich brauche).
Sogar die TV-Karte tut inzwischen. Bräuchte ich den PC wirklich nur für
private Zwecke, würde mir einzig die Banking-Anwendung fehlen.
[...] Ich bin
blutiger Laie auf Linux: Was auf meinem Centrino-Laptop gut klappte,
scheiterte auf dem Desktop mit Suse 10.1 wegen fehlendem Know how bei
Treiberproblemen leider bis jetzt kläglich (Realtek 2500 USB WLAN-Karte
in den Hardwareinfo angezeigt, Treiber auf dem Dekstop und jetzt?)
DOS/Windows habe ich quasi "von klein auf" gelernt. Linux ist
hingegen für mich im Moment auch noch komplettes Neuland. Aber dank des
ausgezeichneten Ubuntu-Wikis und des zugehörigen Forums habe ich alles
zum Laufen bekommen.

[W2K-User installieren unbeabsichtigt IE7 beta]
Ist dieses Szenario so unwahrscheinlich?
Das scheint mir wahrscheinlicher als die Linux-Migration: Die Macht der
Gewohnheit und die Garantie, dass nachher alles wieder einwandfrei
läuft.
Garantie nicht. Aber Grund zur Hoffnung, weil ja jeder HW-Hersteller
aufgrund des Win-Marktanteils gezwungenermassen Windows unterstützt. Der
jahrelange Intensiv-Betatest bei 95% aller PC-User hat Vorteile.
Microsoft sollte sich [...] künftig von Produktivsoftware fernhalten.
Das sind aber harte Worte und wahrscheinlich ein frommer Wunsch ;-)
Vielleicht steigt so der Anteil von Mac OSX von 4% auf 6 % und von
Linux auf dem Desktop von 2% auf 4%.... who knows?
Denk an die Firefox-"Revolution". Seit die
Webmaster feststellten, dass ein Viertel der Zugriffe nicht mehr von
IE, sondern von Firefox/Mozilla usw. stammen, haben sie angefangen ihre
Sites anzupassen. Das führte dazu, dass "IE-optimiert" (ActiveX) auf
ernst zu nehmenden Sites weitgehend verschwunden ist. Und dies wiederum
führt dazu, dass noch mehr User umsteigen. Das OpenDocument-Format
erhält Zulauf von zahlreichen Firmen und Behörden, was einem
OpenOffice.org den Weg ebnet. Thunderbird ist in jeder
erdenklichen Hinsicht der bessere Gratis-Mailclient als OE.

Und hat man die drei wichtigsten PC-Anwendungen (Web, Mail, Office) einmal
in der Tasche, wird dem Anwender ein Umstieg nicht mehr so schwer fallen.
Die Industrie hat auch angefangen, mitzuziehen. Deshalb gehe ich davon
aus, dass der Anteil der Linux-User in zwei bis drei Jahren bereits an der
10%-Marke kratzen wird.

Gaby
Ueli Lezzi
2006-08-18 05:45:03 UTC
Permalink
Post by Gabriela Salvisberg
[xpost ch.comp.os.ms-windows, ch.comp.os.linux, f'up2 ch.comp.os.linux]
[Umstieg auf Linux gerade rechtzeitig]
XP intensiv zu testen. Dazu habe ich mir Ubuntu auf meinem 1 1/4 Jahre
alten Centrino2-Notebook installiert. Läuft ganz passabel, wenn auch
die optische Qualität des GUI abschreckend und das WLAN Latenzzeiten
aufweist, die ich nicht nachvollziehen kann.
Ich habe mich auch für Ubuntu (auf älteren Geräten Xubuntu) entschieden.
Ausgerechnet auf dem _älteren_ Gerät Xubuntu und auf dem neueren Ubuntu?
Das wundert mich, da ich die HW-Anforderungen von Xubuntu als höher
einschätze.
Post by Gabriela Salvisberg
Mit der optischen Qualität des GUI habe ich unterschiedliche Erfahrungen
gemacht. Auf meinem Notebook (neues Asus-Gerät) habe ich seit der
Installation der Nvidia-Treiber ein absolut gutes Bild und scharfe Fonts.
Und WLAN läuft problemlos. Auf dem ca. 4j Desktop mit TFT könnte das
Schriftbild noch etwas besser sein. Aber es ist nicht so, dass es mich
stören würde.
Das optische Erscheinungsbild von Ubuntu ist - naja - Geschmacksache.
Mir behagt es nicht.
Für Xubuntu spricht m.E. allein schon Konqueror. Die optische Qualität
(Schärfe) war bei meinem Versuch alles andere als befriedigend, da gab
ich Windows unumwunden 10x mehr Punkte, auch wegen des kleineren
Ressourcenverbrauchs (dazu wurde mir in de.comp.os.unix.linux.misc
teilweise widersprochen). Nach ein paar Stunden Recherche wusste ich
dann, dass und wie mehr herauszuholen wäre (
http://www.tldp.org/HOWTO/Font-HOWTO/,
http://avi.alkalay.net/linux/docs/font-howto/Font.html,
BCI (True Type Byte Code Interpreters) als wichtiges Stichwort)...
Post by Gabriela Salvisberg
Ich wage allerdings zu behaupten, dass der "Durchschnittsanwender", der
von Windows kommt, fast keine Chance hat, seinen PC von Windows auf
Linux so weit zu bringen, dass er *alle* Arbeiten innert nützlicher
Frist mit der gleichen Produktivität ausführen kann. [...]
Es ist Gewöhnungssache und hängt sehr stark davon ab, was ein User mit
dem PC überhaupt machen will. FF/TB/OOo habe ich ja vorher schon benutzt.
Sehr richtig, es hängt sehr stark davon ab, was ein Benutzer mit dem PC
machen will. Deshalb halte ich nicht mehr so viel von undifferenzierten
Lobpreisungen von Linux ("Seht her, ist ist doch absolut kein Problem,
alles mit Linux zu erledigen.").
Wer z.B. intensiv mit den Format- und Dokumentvorlagen von MS Word
arbeitet, findet in OOo kein befriedigendes Äquivalent (2002, 2.0).
Die MS Office-Programme mögen für den kleinen und allgemeinen Bedarf
hoffnungslos überladen sein, doch die darin akkumulierte Erfahrung darf
nicht unterschätzt werden. Für spezielle Bedürfnisse werden viele sehr
brauchbare Funktionen bereitgestellt. Die in OOo fehlen. Leider.
(Access ein weiteres Thema, aber das lassen wir hier.)
Post by Gabriela Salvisberg
Garantie nicht. Aber Grund zur Hoffnung, weil ja jeder HW-Hersteller
aufgrund des Win-Marktanteils gezwungenermassen Windows unterstützt. Der
jahrelange Intensiv-Betatest bei 95% aller PC-User hat Vorteile.
Ob man es "Intensiv-Betatest" oder "Entwicklungserfahrung" oder
"Produktreife" nennen will, ist sozusagen nebensächlich... In der Praxis
wird man jedenfalls immer wieder mit dem Phänomen konfrontiert,
zeitraubend, nervenbelastend, lernfördernd, beglückend - je nach dem.
Post by Gabriela Salvisberg
Und hat man die drei wichtigsten PC-Anwendungen (Web, Mail, Office) einmal
in der Tasche, wird dem Anwender ein Umstieg nicht mehr so schwer fallen.
Du urteilst sehr aus deiner persönlichen Warte.
Wenn man Wert auf gute Backups legt und die einem niemand abnimmt,
wollen die schon vor einem Umstieg gut überlegt sein.

Wegen der zahlreichen und nicht vorauszusehenden Hürden meine ich noch
immer, dass für eine gewisse Kategorie von Anwendern die Möglichkeit zu
einfachem Hin- und Herschalten in einer Doppelbootumgebung mit guter
Verbindung zwischen den Systemen die beste Grundlage für einen Umstieg
sei. Dann kann man schrittweise vorgehen.
Dazu braucht es m.E. eine wasserdichte NTFS-Schreibunterstützung, das
ist der Knackpunkt. VMware und coLinux etc. reichen nicht.

Ueli
--
NOTIZ: '_STOP_', '_TAFEL_' und '.invalid' beachten und allenfalls
entfernen...
Gabriela Salvisberg
2006-08-19 02:20:39 UTC
Permalink
Post by Ueli Lezzi
Post by Gabriela Salvisberg
Ich habe mich auch für Ubuntu (auf älteren Geräten Xubuntu) entschieden.
Ausgerechnet auf dem _älteren_ Gerät Xubuntu und auf dem neueren
Ubuntu? Das wundert mich, da ich die HW-Anforderungen von Xubuntu als
höher einschätze.
Natürlich! Gnome (Ubuntu) und KDE (Kubuntu) brauchen mehr Ressourcen als
XFCE (Xubuntu). Lustigerweise finde ich aber auch, dass XFCE eigentlich
viel schicker als Gnome ausschaut ;-)

[optisches Erscheinungsbild]
Post by Ueli Lezzi
http://www.tldp.org/HOWTO/Font-HOWTO/,
http://avi.alkalay.net/linux/docs/font-howto/Font.html, BCI (True Type
Byte Code Interpreters) als wichtiges Stichwort)...
Danke für die Links. Wie gesagt: Auf dem Notebook finde ich nichts, das
ich zu bemängeln hätte. Aber ev. kann ich da für den Desktop-PC (auch
mit TFT) noch ein paar nützliche Infos finden.

[Umstieg-Motivation]
Post by Ueli Lezzi
Post by Gabriela Salvisberg
Es ist Gewöhnungssache und hängt sehr stark davon ab, was ein User
mit dem PC überhaupt machen will. FF/TB/OOo habe ich ja vorher schon
benutzt.
Sehr richtig, es hängt sehr stark davon ab, was ein Benutzer mit dem PC
machen will. Deshalb halte ich nicht mehr so viel von undifferenzierten
Lobpreisungen von Linux ("Seht her, ist ist doch absolut kein Problem,
alles mit Linux zu erledigen.").
Ich wage auch nicht zu behaupten, dass Linux für jeden das Gelbe vom Ei
ist. Für den Musiker ist es nicht so geeignet. Für den Berufsfotografen
wohl auch nicht. Und für den Gamer ebenfalls nicht. Es sei denn, man
käme auf die Idee, sich für die Games einfach mal eine Spielkonsole
zuzulegen.
Post by Ueli Lezzi
Wer z.B. intensiv mit den Format- und Dokumentvorlagen von MS Word
arbeitet, findet in OOo kein befriedigendes Äquivalent (2002, 2.0). Die
MS Office-Programme mögen für den kleinen und allgemeinen Bedarf
hoffnungslos überladen sein, doch die darin akkumulierte Erfahrung darf
nicht unterschätzt werden. Für spezielle Bedürfnisse werden viele
sehr brauchbare Funktionen bereitgestellt. Die in OOo fehlen. Leider.
(Access ein weiteres Thema, aber das lassen wir hier.)
Eine 1:1-Übernahme von Vorlagen wird wohl ein Traum bleiben. Aber dank
des offenen Quellcodes wäre es (theoretisch!) durchaus möglich, noch
viel besser angepasste Anwendungen/Vorlagen usw. zu erstellen. Schön
wär's natürlich, wenn der ambitionierte Büro-Anwender selber Hand
anlegen könnte, ohne viermonatiges Programmierer-Studium.
Post by Ueli Lezzi
Ob man es "Intensiv-Betatest" oder "Entwicklungserfahrung" oder
"Produktreife" nennen will, ist sozusagen nebensächlich... In der
Praxis wird man jedenfalls immer wieder mit dem Phänomen konfrontiert,
zeitraubend, nervenbelastend, lernfördernd, beglückend - je nach dem.
Du nanntest es "die darin akkumulierte Erfahrung". Die lässt sich nicht
wegdiskutieren. Der Teufelskreis ist schwer zu durchbrechen: Solange die
Erfahrungen und Lösungen nicht da sind, wird auch keiner umsteigen. Und
ohne Umsteiger werden sich keine Erfahrungsschätze ansammeln.
Post by Ueli Lezzi
Post by Gabriela Salvisberg
Und hat man die drei wichtigsten PC-Anwendungen (Web, Mail, Office)
einmal in der Tasche, wird dem Anwender ein Umstieg nicht mehr so
schwer fallen.
Du urteilst sehr aus deiner persönlichen Warte. Wenn man Wert auf gute
Backups legt und die einem niemand abnimmt, wollen die schon vor einem
Umstieg gut überlegt sein.
Natürlich berichte ich hier aus meiner persönlichen Warte; woraus ich
auch keinen Hehl mache :-). Auf fast jedem meiner PCs/Notebooks ist
nebenher auch noch das ursprünglich mitgekaufte OS (Win2000 oder XP)
vorhanden. Ich merke nur, dass ich immer seltener "gezwungen" bin, auf
diesen Geräten Windows zu starten. Und ich *bin* ein Gewohnheitstier.
Post by Ueli Lezzi
Wegen der zahlreichen und nicht vorauszusehenden Hürden meine ich noch
immer, dass für eine gewisse Kategorie von Anwendern die Möglichkeit
zu einfachem Hin- und Herschalten in einer Doppelbootumgebung mit guter
Verbindung zwischen den Systemen die beste Grundlage für einen Umstieg
sei. Dann kann man schrittweise vorgehen.
Natürlich. Das mache ich doch auch so. Ich bin zudem paranoid genug,
alles mögliche dauernd auf zweite Harddisks zu sichern. Dies unter Linux
zu bewerkstelligen, muss ich mir erst noch angewöhnen.
Post by Ueli Lezzi
Dazu braucht es m.E. eine
wasserdichte NTFS-Schreibunterstützung, das ist der Knackpunkt. VMware
und coLinux etc. reichen nicht.
NTFS ist nicht das einzige brauchbare Filesystem. Ich habe den Sprung ins
kalte Wasser gewagt und legte die "Austausch"-Partition nicht mit FAT32,
sondern mit EXT3 an. Das hat den Vorteil, dass auch Dateien über 4 GB
geschrieben werden können. Damit auch Windows darauf zugreifen kann,
installierte ich unter Windows einen passenden Treiber. Und bisher
funktioniert's - sogar als eingeschränkter User, wie es sich gehört.

Klar, bei sowas klopf ich immer noch voller Zweifel auf Holz, bis es tiefe
Dellen gibt ;-)

Gaby
Ueli Lezzi
2006-08-19 07:23:00 UTC
Permalink
Post by Gabriela Salvisberg
Post by Ueli Lezzi
Post by Gabriela Salvisberg
Ich habe mich auch für Ubuntu (auf älteren Geräten Xubuntu) entschieden.
Ausgerechnet auf dem _älteren_ Gerät Xubuntu und auf dem neueren
Ubuntu? Das wundert mich, da ich die HW-Anforderungen von Xubuntu als
höher einschätze.
Natürlich! Gnome (Ubuntu) und KDE (Kubuntu) brauchen mehr Ressourcen als
XFCE (Xubuntu). Lustigerweise finde ich aber auch, dass XFCE eigentlich
viel schicker als Gnome ausschaut ;-)
Oh je! Habe Xubuntu mit Kubuntu verwechselt. Danke für die Klärung.

[Umstieg-Motivation]
Post by Gabriela Salvisberg
Post by Ueli Lezzi
Wer z.B. intensiv mit den Format- und Dokumentvorlagen von MS Word
arbeitet, findet in OOo kein befriedigendes Äquivalent (2002, 2.0). Die
MS Office-Programme mögen für den kleinen und allgemeinen Bedarf
hoffnungslos überladen sein, doch die darin akkumulierte Erfahrung darf
nicht unterschätzt werden. Für spezielle Bedürfnisse werden viele
sehr brauchbare Funktionen bereitgestellt. Die in OOo fehlen. Leider.
(Access ein weiteres Thema, aber das lassen wir hier.)
Eine 1:1-Übernahme von Vorlagen wird wohl ein Traum bleiben. Aber dank
des offenen Quellcodes wäre es (theoretisch!) durchaus möglich, noch
viel besser angepasste Anwendungen/Vorlagen usw. zu erstellen. Schön
wär's natürlich, wenn der ambitionierte Büro-Anwender selber Hand
anlegen könnte, ohne viermonatiges Programmierer-Studium.
Bin mal auf einen netten Artikel gestossen, der dem ambitionierten
Büroanwender den Weg ebnen könnte:
"Teach Yourself Programming in Ten Years" (Peter Norvig)
http://www.norvig.com/21-days.html.
Er mockiert sich über die marktschreierischen Buchtitel "C++ in 10
Tagen", ist aber sonst ernsthaft gemeint.

In "A Developer's Toolchest",
http://www.jadetower.org/docs/toolchest.html, findet die interessierte
Leserin eine ganze Liste von Artikeln mit einer Mischung aus Howto
(technisch und psychologisch!), Lebensphilosophie, Soziologie und
Selbstironie!
(Dummerweise enthält die Toolchest-Sammlung (der Autor spricht
fälschlicherweise von CD) auch noch ein paar MB an frei erhältlicher
Software, welche die Windows-Welt noch attraktiver machen! ;-) )

[langfristiger Software-Entwicklungszyklus]
Post by Gabriela Salvisberg
Post by Ueli Lezzi
Ob man es "Intensiv-Betatest" oder "Entwicklungserfahrung" oder
"Produktreife" nennen will, ist sozusagen nebensächlich... In der
Praxis wird man jedenfalls immer wieder mit dem Phänomen konfrontiert,
zeitraubend, nervenbelastend, lernfördernd, beglückend - je nach dem.
Du nanntest es "die darin akkumulierte Erfahrung". Die lässt sich nicht
wegdiskutieren. Der Teufelskreis ist schwer zu durchbrechen: Solange die
Erfahrungen und Lösungen nicht da sind, wird auch keiner umsteigen. Und
ohne Umsteiger werden sich keine Erfahrungsschätze ansammeln.
Kopf hoch! So schlimm ist es ja offensichtlich nicht mehr... ;-)

[Koexistenz zweier Systeme, Leitsystem]
Post by Gabriela Salvisberg
Post by Ueli Lezzi
Wegen der zahlreichen und nicht vorauszusehenden Hürden meine ich noch
immer, dass für eine gewisse Kategorie von Anwendern die Möglichkeit
zu einfachem Hin- und Herschalten in einer Doppelbootumgebung mit guter
Verbindung zwischen den Systemen die beste Grundlage für einen Umstieg
sei. Dann kann man schrittweise vorgehen.
Natürlich. Das mache ich doch auch so. Ich bin zudem paranoid genug,
alles mögliche dauernd auf zweite Harddisks zu sichern. Dies unter Linux
zu bewerkstelligen, muss ich mir erst noch angewöhnen.
Das ist natürlich _nicht_ paranoid.
Genau an der (fehlenden) _Gewohnheit_ zeigt sich das Entscheidende! Die
Bemerkung ist wunderbar für weitere Überlegungen geeignet.
Sie hat m.E. etwas mit "Heimatgefühl", "Muttersprache",
"Selbstverständlichkeit und Selbstverständnis", mit "Identität" zu tun.
Linux ist (noch) nicht "dein System".
Denk mal genau darüber nach, warum du dir da etwas "erst noch
angewöhnen" musst. Wie _fühlt_ es sich an?
Post by Gabriela Salvisberg
Post by Ueli Lezzi
Dazu braucht es m.E. eine
wasserdichte NTFS-Schreibunterstützung, das ist der Knackpunkt. VMware
und coLinux etc. reichen nicht.
NTFS ist nicht das einzige brauchbare Filesystem. Ich habe den Sprung ins
kalte Wasser gewagt und legte die "Austausch"-Partition nicht mit FAT32,
sondern mit EXT3 an. Das hat den Vorteil, dass auch Dateien über 4 GB
geschrieben werden können. Damit auch Windows darauf zugreifen kann,
installierte ich unter Windows einen passenden Treiber. Und bisher
funktioniert's - sogar als eingeschränkter User, wie es sich gehört.
Hmm. Das tönt nach Gemurkse. EXT3 hatte ich auch einmal in Betracht
gezogen, aber keinen wirklich vertrauenserweckenden Treiber dafür gefunden.
Ich spreche nicht von einer "Austausch"-Partition, sondern von einer
_vollwertigen_ _Arbeits_-Partition für Daten.
Beispiel: Sowohl SeaMonkey (Windows) als auch SeaMonkey (Linux) sind so
konfiguriert, dass sie Mails, News und Buchzeichen auf dieser
gemeinsamen Datenpartition ablegen. Es passieren dauernd, im Alltag,
Schreibzugriffe darauf - und es besteht nicht das geringste Misstrauen
darüber, dass dies alles immer fehlerfrei geschehen wird. Auch bei
gleichzeitigem Zugriff des Bildprogramms, des Musikprogramms und des
Büroprogramms auf diese Datenpartition, sei es unter Windows oder unter
Linux.
Gedankenanstoss, Kriterium: Die Treiber und das Dateisystem müssen eine
solche Qualität haben, dass du sie mit gutem Gefühl z.B. unter Windows
verwenden würdest, selbst wenn es auf dem Rechner gar kein Linux gäbe.
Oder unter Linux, ohne Windows auf dem gleichen Rechner.
Und soweit ich das überblicke, bietet NTFS mehr als EXT3. Ein
_vollwertiges_ EXT3 wäre selbstverständlich akzeptabel in Hinblick auf
einen Umstieg von Windows auf Linux, aber doch mit einem Verzicht auf
gute Eigenschaften unter Windows verbunden.
Post by Gabriela Salvisberg
Klar, bei sowas klopf ich immer noch voller Zweifel auf Holz, bis es tiefe
Dellen gibt ;-)
Eben! Ich mein die Zweifel, nicht das Holz... ;-)

Ueli
--
NOTIZ: '_STOP_', '_TAFEL_' und '.invalid' beachten und allenfalls
entfernen...
matthias
2006-08-19 14:23:25 UTC
Permalink
Post by Ueli Lezzi
Gedankenanstoss, Kriterium: Die Treiber und das Dateisystem müssen eine
solche Qualität haben, dass du sie mit gutem Gefühl z.B. unter Windows
verwenden würdest, selbst wenn es auf dem Rechner gar kein Linux gäbe.
Oder unter Linux, ohne Windows auf dem gleichen Rechner.
Und soweit ich das überblicke, bietet NTFS mehr als EXT3. Ein
_vollwertiges_ EXT3 wäre selbstverständlich akzeptabel in Hinblick auf
einen Umstieg von Windows auf Linux, aber doch mit einem Verzicht auf
gute Eigenschaften unter Windows verbunden.
Auch ein Gedankenanstoss: welchem Treiber wuerdest du mehr Vertrauen
schenken:

Treiber a): Open Source, gut Dokumentiert, muss "nur" auf das
jeweilige OS portiert werden, laeuft seit Jahren stabil.

Treiber b): Closed Source, wird von ein paar Freaks in muehevoller
Handarbeit "Reverse Engineerd", keine Doku vorhanden.


Da du das ja ueberblickst, was denn genau bietet NTFS mehr, als
z.B. ext3, xfs oder ReiserFS?


Gruss
Matthias
Ueli Lezzi
2006-08-19 15:25:32 UTC
Permalink
Post by matthias
Post by Ueli Lezzi
Gedankenanstoss, Kriterium: Die Treiber und das Dateisystem müssen eine
solche Qualität haben, dass du sie mit gutem Gefühl z.B. unter Windows
verwenden würdest, selbst wenn es auf dem Rechner gar kein Linux gäbe.
Oder unter Linux, ohne Windows auf dem gleichen Rechner.
Und soweit ich das überblicke, bietet NTFS mehr als EXT3. Ein
_vollwertiges_ EXT3 wäre selbstverständlich akzeptabel in Hinblick auf
einen Umstieg von Windows auf Linux, aber doch mit einem Verzicht auf
gute Eigenschaften unter Windows verbunden.
Auch ein Gedankenanstoss: welchem Treiber wuerdest du mehr Vertrauen
Treiber a): Open Source, gut Dokumentiert, muss "nur" auf das
jeweilige OS portiert werden, laeuft seit Jahren stabil.
Treiber b): Closed Source, wird von ein paar Freaks in muehevoller
Handarbeit "Reverse Engineerd", keine Doku vorhanden.
Ich kenn doch diesen Gedanken... ;-)
Ich denke auch, dass der Treiber für EXT3 zuverlässig auf Windows
portiert werden _könnte_. Aber er wurde es bisher anscheinend nicht...
Post by matthias
Da du das ja ueberblickst, was denn genau bietet NTFS mehr, als
z.B. ext3, xfs oder ReiserFS?
Keine Unterstellungen oder Provokationen, bitte. Ich habe klar
geschrieben: "_soweit_ ich das überblicke"! Ich habe keine Lust auf
einen Flammenkrieg... ist mir zu blöd...
Ich gehe davon aus, dass Attribute und ACLs (Access Control Lists) nur
in NTFS oder in NTFS differenzierter als in EXT3 vorhanden sind.

Ueli
--
NOTIZ: '_STOP_', '_TAFEL_' und '.invalid' beachten und allenfalls
entfernen...
matthias
2006-08-19 18:33:47 UTC
Permalink
Post by Ueli Lezzi
Ich kenn doch diesen Gedanken... ;-)
Ich denke auch, dass der Treiber für EXT3 zuverlässig auf Windows
portiert werden _könnte_. Aber er wurde es bisher anscheinend nicht...
http://www.fs-driver.org

Systembedingt gibt es immer Unterschiede, welche eine gemeinsame Nutzung
der Partition erschweren: z.B. Gross/Kleinschreibung, Suffixes, Hidden Files,
Sockets, Devices, FIFOs, unterschiedliche Userverwaltung usw.
Post by Ueli Lezzi
Post by matthias
Da du das ja ueberblickst, was denn genau bietet NTFS mehr, als
z.B. ext3, xfs oder ReiserFS?
Keine Unterstellungen oder Provokationen, bitte. Ich habe klar
geschrieben: "_soweit_ ich das überblicke"! Ich habe keine Lust auf
einen Flammenkrieg... ist mir zu blöd...
Ich gehe davon aus, dass Attribute und ACLs (Access Control Lists) nur
in NTFS oder in NTFS differenzierter als in EXT3 vorhanden sind.
Ich habe auch keine Lust auf einen Flamekrieg, aber es toente so als ob
du den Unterschied kennst, und da ich ihn nicht kenne, wollte ich meinen
Horizont etwas erweitern.

ACLs: die meisten Unix Flesystem unterstuetzen Posix ACLs schon seit
mehreren Jahren, bei ext2 muss man jedoch das CONFIG_EXT2_FS_POSIX_ACL
Flag im Kernel setzen (ist wohl meistens gesetzt). Auch Attribute kennt
ext3. Inwiefern diese mit NTFS vergleichbar sind, weiss ich nicht.

Aber mal ehrlich: selbst wenn hier NTFS noch feingranuliertere Berechtigungen
eingefuehrt hat, wer kann sowas noch administrieren, wo die meisten doch
schon mit dem chmod Kommando ueberfordert sind?

Matthias
Ueli Lezzi
2006-08-20 00:29:46 UTC
Permalink
Post by matthias
Post by Ueli Lezzi
Ich kenn doch diesen Gedanken... ;-)
Ich denke auch, dass der Treiber für EXT3 zuverlässig auf Windows
portiert werden _könnte_. Aber er wurde es bisher anscheinend nicht...
http://www.fs-driver.org
Macht tatsächlich einen ziemlich soliden Eindruck (von der Dokumentation
her).
Dieser Treiber ist mir bei meinen Recherchen damals anscheinend
entgangen, denn gemäss http://www.fs-driver.org/extendeddl.html ist er
ja schon über 1 Jahr öffentlich zugänglich (Ext2IFS_1_10.exe).
Vielleicht liegt's daran, dass der Name so leicht mit EXT2IFS von John
Newbigin (http://uranus.it.swin.edu.au/~jn/linux/ext2ifs.htm)
verwechselt werden kann.

Achtung: _Open Source_ ist Ext2IFS_1_10b.exe von Stephan Schreiber _nicht_!
Post by matthias
Systembedingt gibt es immer Unterschiede, welche eine gemeinsame Nutzung
der Partition erschweren: z.B. Gross/Kleinschreibung, Suffixes, Hidden Files,
Sockets, Devices, FIFOs, unterschiedliche Userverwaltung usw.
Ja, natürlich.
UTF-8-kodierte Dateinamen werden von Ext2IFS_1_10b allerdings
implementationsbedingt nicht unterstützt.
Post by matthias
ACLs: die meisten Unix Flesystem unterstuetzen Posix ACLs schon seit
mehreren Jahren, bei ext2 muss man jedoch das CONFIG_EXT2_FS_POSIX_ACL
Flag im Kernel setzen (ist wohl meistens gesetzt). Auch Attribute kennt
ext3. Inwiefern diese mit NTFS vergleichbar sind, weiss ich nicht.
Ext2IFS_1_10b.exe untstützt Berechtigungen explizit nicht.
Post by matthias
Aber mal ehrlich: selbst wenn hier NTFS noch feingranuliertere Berechtigungen
eingefuehrt hat, wer kann sowas noch administrieren, wo die meisten doch
schon mit dem chmod Kommando ueberfordert sind?
?? (sehr einseitige Sichtweise...)

Ueli
--
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entfernen...
Markus Grob
2006-08-28 20:27:14 UTC
Permalink
Post by Ueli Lezzi
Wer z.B. intensiv mit den Format- und Dokumentvorlagen von MS Word
arbeitet, findet in OOo kein befriedigendes Äquivalent (2002, 2.0).
Ich habe soeben richtig gelesen? Word und Format- und Dokumentvorlagen
in einem Satz zu nennen ist meiner Meinung nach sehr gewagt.
Da läuft es mir wirklich kalt den Rücken runter. Dies ist einer der
negatifsten Punkte und unter anderem etwas warum ich liebend gerne OOo
einsetze. Dort weiss ich, was mit Dokumenten und Formatvorlagen
geschieht und habe nicht plötzlich 1000 Formate, ohne dass ich ein
Format bewusst geändert habe, nur weil ein gewisses Programm da
selbstständig Formate generiert.

Ok, lassen wirs. Auf Word reagiere ich allergisch, auch wenn ich es im
Geschäft noch häufig benutzen muss (leider).

Gruss, Markus, schon seit C64-Zeiten privat ohne Word auskommend.
--
Sehr zu empfehlen:

http://www.google.ch/ oder .de/ oder .com/ usw.
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